Einladung zur nächsten Bürgersprechstunde am 03.03.2010
Am Mittwoch, den 03.03. laden die Grünen von 18-19 Uhr zu einer Bürgersprechstunde im Gruppenraum EG1 der Werretalhalle ein. Wir freuen sich auf interessante Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern. Im Anschluss daran findet ab 19 Uhr ein öffentliches Ortsverbandstreffen mit aktuellen Themen aus der Bundes- und Kommunalpolitik statt.
Löhner Grüne treffen Cem Özdemir beim Neujahrsempfang in Herford

von links: Jörg Prätorius (Stellv. Fraktionsvorsitzender Grüne Löhne), Felix Oberstuke (Sprecher Grüne Jugend Löhne/Bad Oeynhausen), Cem Özdemir (Bundesvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Silke Glander-Wehmeier (Fraktionsvorsitzende Grüne Löhne), Dieter Glander (Kassierer OV Löhne) und Kerstin Schleemann (Mitglied OV Löhne).
Letztes Update am: 29.01.2010
Warum wir „eine Schule für alle" brauchen
Stellen sie sich einen Zug vor, der unser "geliebtes mehrgliedriges Schulsystem" symbolisiert. (Vorsicht Ironie)
Die ersten beiden Wagons hinter der Lokomotive, für die Realschule und das Gymnasium, sind in gutem Zustand. Am Ende des Zuges befindet sich der Hauptschulwagon. Er ist oben offen, überfüllt und heruntergekommen.
Die Sonderschüler, pardon ich meinte natürlich „Förderschüler", haben gar keinen Wagon, sie trotten barfuß hinter dem Zug her.
Die Zukunftschancen von Haupt- und Sonderschülern sind im Gegensatz zu Realschülern und Gymnasiasten wesentlich schlechter. Schon das Wort Hauptschule wirkt wie ein Brandzeichen, ein negatives Etikett und löst dementsprechende Assoziationen aus.
Ein Ausbildungsplatz und somit die Hoffnung auf einen sicheren Arbeitsplatz rücken, ohne ein solides Fundament in Form eines Schulabschluss, in weite Ferne. Im Gegenteil, die Bedingungen am Arbeitsmarkt verschärfen sich von Jahr zu Jahr. Aushilfejobs, Leiharbeit über Zeitarbeitsfirmen oder Hartz4 wird die Zukunft vieler junger Menschen bestimmen.
Ein Studium wird für die meisten Hauptschüler erst recht ein phantastischer Wunschtraum bleiben.
Wohin geht unser Zug, wenn so Teilen der zukünftigen Generationen Chancen und Hoffnungen auf ein sicheres Leben sowie eine Teilhabe am kulturellen Leben verwehrt bleiben? Warum sollten sich diese jungen Menschen loyal gegenüber dem Staat verhalten? Solch ein Klima begünstigt Verwahrlosung und Kriminalität.
Es schürt Sehnsucht nach klaren Regeln, die z.B. im Rechtsextremismus zu finden wären. Diese und andere „Rattenfänger" geben den Jugendlichen Antworten. Der Geist der jungen Menschen wird überschwemmt von den „Ideen z.B. des Nationalsozialismus" in Form von einfachen, menschenverachtenden Parolen und einer Schwarz-Weiß-Weltsicht.
Ursprünge des mehrgliedrigen Schulsystems
Einige Wurzeln des mehrgliedrigen Schulsystems liegen im militärischen Preußenstaat. Das Ziel der Regierenden war es, mit Hilfe des Schulsystems möglichst homogene (gleiche) Gruppen zu erzeugen. Aussortierung und Trennung sind und waren die Folgen.
Das geistige Niveau sollte möglichst niedrig bleiben, um die Massen unter Kontrolle halten zu können.
Den Kindern der Adligen sollten im Gegenzug eine bessere Schule und somit bessere Zukunftschancen vorbehalten bleiben.
Heute sind es die Akademiker. Nicht selten sind gerade gut gebildete Eltern gegen eine Schule für alle. Wie kommt das?
Liegt einer der Gründe möglicher Weise in der Angst, dass sich die eigenen Kinder unter der Heterogenität in der Schule schlechter entwickeln?
Wissenschaftlich ist dieses weit verbreitete Vorurteil bereits widerlegt.
Abschließend ist zu sagen, dass wir eine „Schule für alle" brauchen, ein Inklusives Bildungssystem mit mehr Selbstbestimmung wann was wie gelernt wird (Weg von Fremdbestimmung hin zu mehr Individualismus. Individuelle Förderung z.B. mit Berücksichtigung der individuellen Lerneigenschaften von Jungen und Mädchen.
Lasst die Schüler in den letzten Reihen teilhaben an den vorderen Plätzen, und Ihnen die Chance auf eine angenehmere gerechtere Fahrt durch Ihr Leben ermöglichen.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
Wem nützt unser derzeitiges Schulsystem?
Wer sind die Profiteure?
Aus dem Buch „Deutschland dritter Klasse“ von Julia Friedrichs, Eva Müller und Boris Baumholt zum Thema Bildung (Seite 115 - 141):
„Die Förderschule nannte man früher auch „Sonderschule“. Da das zu sehr nach „aussondern“ klang. Wurde sie Mitte der neunziger Jahre in „Förderschule“ umbenannt. 400400 Kinder in Deutschland besuchen eine Förderschule, das sind rund 4,5 Prozent aller Schüler.
Quelle Statistisches Bundesamt (2008)
„Und diese Schüler hier haben heute nicht einmal mehr die Chance auf einen Arbeitsplatz für Geringqualifizierte.“ Christoph Graffweg
Ein Viertel der Familien von Förderschülern hat im Jahr unter 20000 Euro brutto zur Verfügung. Das bundesdeutsche Durchschnittseinkommen liegt bei 42000 Euro pro Haushalt. In keinem anderen Industrieland ist der Schulerfolg des Kindes so abhängig vom sozialen Status der Eltern wie in Deutschland.
Quelle: PISA-Studie (2006), Statistisches Bundesamt (2008), Universität Hamburg (2007)
Nur in Deutschland besucht der Großteil der Kinder, die eine besondere Förderung brauchen, auch besondere Schulen. In Italien bleiben 99 Prozent von ihnen auf der allgemeinen Schule, in Schweden 96 Prozent.
Quelle: World – Vision – Kinderstudie (2007)
Rektor Christoph Graffweg von der Fröbelschule (Förderschule):
„Man muss sich fragen, ob das Problem an meiner Schule oder ob der Fehler im System liegt.“
uvm.
Empfehlungen:
Treibhäuser der Zukunft „Wie in Deutschland Schulen gelingen" DVD Film (weitere Links und Empfehlungen im Booklet enthalten)
Reigel, Enja: Schule kann gelingen! Wie unsere Kinder wirklich fürs Leben lernen
Link: http://www.gruene-in-loehne.de/themen/schule-bildung/eine-schule-fuer-alle/
GRÜNES Forum Löhne online!
Ab sofort können Sie hier Ihre Meinungen, Ideen und Verbesserungvorschläge zu verschiedenen Themen aus der Kommunalpolitik und anderen Bereichen äußern! Wir laden Sie herzlich ein, sich an Diksussionen und Gedankenaustauschen zu beteiligen!
• das Grundsatzprogramm "Die Zukunft ist grün" des Bundesverbandes
• The future is green (Englisch)





