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Letztes Update am: 21.02.2010

Eine Schule für alle

Gemeinsam lernen von der 1. bis zur 10. Klasse

Links:

Inklusion statt Integration - eine Verpflichtung zum Systemwechsel:
- Viel zu früh werden die Bildungswege der Kinder getrennt.
- Fast einer halben MillionKinder und Jugendlicher wird sonderpädagogischer Förderbedarf bescheinigt und 85% dieser Kinder werden in der Folge in Sonderschulen eingewiesen - viele gegen ihren und gegen den Willen der Eltern. Nur 15 % von ihnen werden an allgemeinen Schulen unterrichtet.

- Unter den Sonderschülerinnen und - schülern finden sich überproportional viele Kinder mit Migrations- und / oder Armutshintergrund.

Inklusion_Schumann.pdf


Was wollen die Parteien in NRW?

Bündnis 90 / Die Grünen
"Ziel der Grünen ist eine Schule für alle bis zum Ende der Pflichtschulzeit. Kinder mit Behinderungen werden ausdrücklich in ein inklusives Schulsystem integriert und erhalten einen Rechtsanspruch auf GEmeinsamen Unterricht in allen Schulstufen und Schulformen. Die Grünen wollen".....

"Dagegen tritt die Inklusion für das uneingeschränkte Recht aller Schüler und Schülerinnen ein, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen sowie von ihrer ethnischen, kulturellen oder sozialen Herkunft miteinander und voneinander in einer Schule für alle zu lernen." (Quelle: Eine Schule für alle NRW Bündnis)

Brosch_all_icl_2009-1.pdf


Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Auszug)

Artikel 24 Bildung
(1) Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives* Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen mit dem Ziel,
a) die menschlichen Möglichkeiten sowie das Bewusstsein der Würde und das Selbstwertgefühl des Menschen voll zur Entfaltung zu bringen und die Achtung vor den Menschenrechten, den Grundfreiheiten und der menschlichen Vielfalt zu stärken;
b) Menschen mit Behinderungen ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre Kreativität sowie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung bringen zu lassen;
c) Menschen mit Behinderungen zur wirklichen Teilhabe an einer freien Gesellschaft zu befähigen.
(2) Bei der Verwirklichung dieses Rechts stellen die Vertragsstaaten sicher, dass
a) Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden und dass Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden;
b) Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben;
c) angemessene Vorkehrungen für die Bedürfnisse des Einzelnen getroffen werden;
d) Menschen mit Behinderungen innerhalb des allgemeinen Bildungssystems die notwendige Unterstützung geleistet wird, um ihre erfolgreiche Bildung zu erleichtern;
e) in Übereinstimmung mit dem Ziel der vollständigen Integration wirksame individuell angepasste Unterstützungsmaßnahmen in einem Umfeld, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet, angeboten werden.
(3) Die Vertragsstaaten ermöglichen Menschen mit Behinderungen, lebenspraktische Fertigkeiten und soziale Kompetenzen zu erwerben, um ihre volle und gleichberechtigte Teilhabe an der Bildung und als Mitglieder der Gemeinschaft zu erleichtern. Zu diesem Zweck ergreifen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen; unter anderem
a) erleichtern sie das Erlernen von Brailleschrift, alternativer Schrift, ergänzenden und alternativen Formen, Mitteln und Formaten der Kommunikation, den Erwerb von Orientierungs- und Mobilitätsfertigkeiten sowie die Unterstützung durch andere Menschen mit Behinderungen und das Mentoring;
b) erleichtern sie das Erlernen der Gebärdensprache und die Förderung der sprachlichen Identität der Gehörlosen;
c) stellen sie sicher, dass blinden, gehörlosen oder taubblinden Menschen, insbesondere Kindern, Bildung in den Sprachen und Kommunikationsformen und mit den Kommunikationsmitteln, die für den Einzelnen am besten geeignet sind, sowie in einem Umfeld vermittelt wird, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet.
(4) Um zur Verwirklichung dieses Rechts beizutragen, treffen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen zur Einstellung von Lehrkräften, einschließlich solcher mit Behinderungen, die in Gebärdensprache oder Brailleschrift ausgebildet sind, und zur Schulung von Fachkräften sowie Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auf allen Ebenen des Bildungswesens. Diese Schulung schließt die Schärfung des Bewusstseins für Behinderungen und die Verwendung geeigneter ergänzender und alternativer Formen, Mittel und Formate der Kommunikation sowie pädagogische Verfahren und Materialien zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen ein.
(5) Die Vertragsstaaten stellen sicher, dass Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung, Berufsausbildung, Erwachsenenbildung und lebenslangem Lernen haben. Zu diesem Zweck stellen die Vertragsstaaten sicher, dass für Menschen mit Behinderungen angemessene Vorkehrungen getroffen werden.

* in der Englischen Version : States Parties shall ensure an inclusive education
system at all levels and lifelong learning directed to...
Quelle: www.un.org/disabilities/default.asp

UNBehKonvention2009.pdf

weitere Links:

http://bildungsstreik-bielefeld.de/

UN-Konvention zur Inklusion in der Schule umsetzen (Landtag NRW 8 Dez. 2009)
Entschließungsantrag (pdf)

Ungerechtigkeit als Prinzip von Bildung (taz Bericht)

http://www.reinhardkahl.de/index.php

http://www.ev-akademie-boll.de/fileadmin/res/otg/501909-Schumann.pdf (Bildungsgeschichte)

http://www.inklusion-nrw.de/

Letztes Update am: 29.01.2010
Warum wir „eine Schule für alle" brauchen

Stellen sie sich einen Zug vor, der unser "geliebtes mehrgliedriges Schulsystem" symbolisiert. (Vorsicht Ironie)

Die ersten beiden Wagons hinter der Lokomotive, für die Realschule und das Gymnasium, sind in gutem Zustand. Am Ende des Zuges befindet sich der Hauptschulwagon. Er ist oben offen, überfüllt und heruntergekommen.

Die Sonderschüler, pardon ich meinte natürlich „Förderschüler", haben gar keinen Wagon, sie trotten barfuß hinter dem Zug her.

Die Zukunftschancen von Haupt- und Sonderschülern sind im Gegensatz zu Realschülern und Gymnasiasten wesentlich schlechter. Schon das Wort Hauptschule wirkt wie ein Brandzeichen, ein negatives Etikett und löst dementsprechende Assoziationen aus.

Ein Ausbildungsplatz und somit die Hoffnung auf einen sicheren Arbeitsplatz rücken, ohne ein solides Fundament in Form eines Schulabschluss, in weite Ferne. Im Gegenteil, die Bedingungen am Arbeitsmarkt verschärfen sich von Jahr zu Jahr. Aushilfejobs, Leiharbeit über Zeitarbeitsfirmen oder Hartz4 wird die Zukunft vieler junger Menschen bestimmen.

Ein Studium wird für die meisten Hauptschüler erst recht ein phantastischer Wunschtraum bleiben.

Wohin geht unser Zug, wenn so Teilen der zukünftigen Generationen Chancen und Hoffnungen auf ein sicheres Leben sowie eine Teilhabe am kulturellen Leben verwehrt bleiben? Warum sollten sich diese jungen Menschen loyal gegenüber dem Staat verhalten? Solch ein Klima begünstigt Verwahrlosung und Kriminalität.

Es schürt Sehnsucht nach klaren Regeln, die z.B. im Rechtsextremismus zu finden wären. Diese und andere „Rattenfänger" geben den Jugendlichen Antworten. Der Geist der jungen Menschen wird überschwemmt von den „Ideen z.B. des Nationalsozialismus" in Form von einfachen, menschenverachtenden Parolen und einer Schwarz-Weiß-Weltsicht.

Ursprünge des mehrgliedrigen Schulsystems

Einige Wurzeln des mehrgliedrigen Schulsystems liegen im militärischen Preußenstaat. Das Ziel der Regierenden war es, mit Hilfe des Schulsystems möglichst homogene (gleiche) Gruppen zu erzeugen. Aussortierung und Trennung sind und waren die Folgen.

Das geistige Niveau sollte möglichst niedrig bleiben, um die Massen unter Kontrolle halten zu können.

Den Kindern der Adligen sollten im Gegenzug eine bessere Schule und somit bessere Zukunftschancen vorbehalten bleiben.

Heute sind es die Akademiker. Nicht selten sind gerade gut gebildete Eltern gegen eine Schule für alle. Wie kommt das?
Liegt einer der Gründe möglicher Weise in der Angst, dass sich die eigenen Kinder unter der Heterogenität in der Schule schlechter entwickeln?

Wissenschaftlich ist dieses weit verbreitete Vorurteil bereits widerlegt.

Abschließend ist zu sagen, dass wir eine „Schule für alle" brauchen, ein Inklusives Bildungssystem mit mehr Selbstbestimmung wann was wie gelernt wird (Weg von Fremdbestimmung hin zu mehr Individualismus. Individuelle Förderung z.B. mit Berücksichtigung der individuellen Lerneigenschaften von Jungen und Mädchen.

Lasst die Schüler in den letzten Reihen teilhaben an den vorderen Plätzen, und Ihnen die Chance auf eine angenehmere gerechtere Fahrt durch Ihr Leben ermöglichen.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

Wem nützt unser derzeitiges Schulsystem?
Wer sind die Profiteure?

Aus dem Buch „Deutschland dritter Klasse“ von Julia Friedrichs, Eva Müller und Boris Baumholt zum Thema Bildung (Seite 115 - 141):

„Die Förderschule nannte man früher auch „Sonderschule“. Da das zu sehr nach „aussondern“ klang. Wurde sie Mitte der neunziger Jahre in „Förderschule“ umbenannt. 400400 Kinder in Deutschland besuchen eine Förderschule, das sind rund 4,5 Prozent aller Schüler.
Quelle Statistisches Bundesamt (2008)

„Und diese Schüler hier haben heute nicht einmal mehr die Chance auf einen Arbeitsplatz für Geringqualifizierte.“ Christoph Graffweg

Ein Viertel der Familien von Förderschülern hat im Jahr unter 20000 Euro brutto zur Verfügung. Das bundesdeutsche Durchschnittseinkommen liegt bei 42000 Euro pro Haushalt. In keinem anderen Industrieland ist der Schulerfolg des Kindes so abhängig vom sozialen Status der Eltern wie in Deutschland.
Quelle: PISA-Studie (2006), Statistisches Bundesamt (2008), Universität Hamburg (2007)

Nur in Deutschland besucht der Großteil der Kinder, die eine besondere Förderung brauchen, auch besondere Schulen. In Italien bleiben 99 Prozent von ihnen auf der allgemeinen Schule, in Schweden 96 Prozent.
Quelle: World – Vision – Kinderstudie (2007)

Rektor Christoph Graffweg von der Fröbelschule (Förderschule):
„Man muss sich fragen, ob das Problem an meiner Schule oder ob der Fehler im System liegt.“

uvm.


Empfehlungen:
Treibhäuser der Zukunft „Wie in Deutschland Schulen gelingen" DVD Film (weitere Links und Empfehlungen im Booklet enthalten)

Reigel, Enja: Schule kann gelingen! Wie unsere Kinder wirklich fürs Leben lernen

Link: http://www.gruene-in-loehne.de/themen/schule-bildung/eine-schule-fuer-alle/

15.04.2010
Bildungsdebatte in Minden   Mehr »

20.02.2010
Kampf um Schulreform: Eliten wollen unter sich bleiben (Panorama vom 18.02.2010)   Mehr »

JEDEN ERSTEN MITTWOCH IM MONAT UM 19 UHR öffentliches Ortsverbandstreffen im Gruppenraum EG1 der Werretalhalle

Termine

06.10. Ortsverbandstreffen
03.11. Ortsverbandstreffen

Veranstaltungstipps

18.09. Kinderfest/Klimaschutztag
30.09.-03.10. Löhner Oktoberfest

Atomkraft: Schluss jetzt! - Großdemo und Umzingelung am 18. September in Berlin
Freiheit statt Angst! Datenschutzdemo am 11. September in Berlin, Potsdamer Platz, 13:00 Uhr
SCHWARZ-GELBEN ATOMPUTSCH VERHINDERN! SCHREIB DEINEM ABGEORDNETEN!
Meine Kampagne: GENKARTOFFEL? KOMMT NICHT IN DIE TÜTE!

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Wie verbindet sich für uns Grüne eine ökologische Wirtschaftsweise und nachhaltiges Wachstum mit den Erfordernissen von sozialer Gerechtigkeit?

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